Das Thema Prüfung

Das Abprüfen einer Leistung ist ein wichtiger Teil einer Qualitätskontrolle. Dieser Qualitätskontrolle stellen wir uns gerne. Dazu gibt es aber auch einige kritische Punkte anzumerken.

Jede Prüfung ist eine Momentaufnahme!

Jeder Hund hat - wie jeder Mensch auch - eine Tagesform. Das, was uns einen Tag locker und leicht von der Hand geht, schaffen wir an einem anderen Tag nicht. Leider können uns unsere Hunde nicht immer mitteilen, wann sie einen guten oder schlechten Tag haben. Fazit: Ein Hund, der an einem Tag eine Prüfung nicht besteht ist nicht notwendigerweise schlecht oder ungeeignet. Und umgekehrt kann ein Hund, der die Prüfung bestanden hat, diese Leistung in der nächsten Zukunft nicht zwangsläufig wieder abrufen.

Wir arbeiten mit den Hunden weit jenseits unserer eigenen Wahrnehmung!

Beim Auslegen der Trails, beim Anfertigen der Geruchsartikel können wir Menschen nicht kontrollieren, ob alles fair und korrekt abgeht, weil uns schlicht und einfach das notwendige feine Näschen fehlt. Es ist also nicht gesichert, dass der Hund in der Prüfung tatsächlich eine lösbare Aufgabe bekommt, weil wir Menschen evtl. das eine oder andere nicht bedacht haben.

Was ist eine geeignete Prüfungsordnung für einsatzorientiertes Mantrailing?

Was muss in einer Prüfung tatsächlich nachgewiesen werden? Welche Anforderungen müssen von jedem Hund erfüllt werden? Kann ein Hund, der sich im Wald von Wildgerüchen verleiten lässt nicht auch erfolgreich und zuverlässig in Stadtgebieten suchen? Muss jeder Hund körperlich in der Lage sein, einen Trail über x km schaffen, wenn er sehr zuverlässig am Abgangsort arbeitet und die Richtung des Trails findet?

Akzeptanz der Prüfungen:

In Deutschland existiert bereits eine Fülle von Prüfungsordnungen. Diese Prüfungsordnungen unterscheiden sich teilweise recht deutlich in ihren Anforderungen. Manchmal existieren Zeitvorgaben, maximale Abweichungen des Hundes zum Trail, es werden zwei, drei oder auch vier erfolgreiche Trails zum Bestehen der Prüfung erwartet. Die "Einsatzfähigkeit", welche man bescheinigt bekommt gilt nach einer Prüfungsordnung zwei Jahre, während sie nach der nächsten "nur" ein Jahr hält. Und zu guter Letzt muss eine erfolgreiche Prüfung nicht von jedem anerkannt werden.

Fehlerquote:

Für das Gelingen eines Mantrailing-Einsatzes gibt es keine Garantie! Im Realfall kann nur selten davon ausgegangen werden, dass der Geruchsartikel frei von Fremdgerüchen ist. Eine erfolgreiche Suche hängt aber sehr stark eben genau davon ab. Zudem können wir Menschen nicht beurteilen, welche Geruchskontaminierungen am Abgangsort oder auf dem Trail herrschen. Aus diesem Grund gibt es im Mantrailing-Bereich eine gewisse Fehlerquote. Diese Fehlerquote können wir durch den Einsatz von zahlreichen Hunden senken, indem ein Folgehund die Ausarbeitung des Vorgängers bestätigt oder widerlegt.

Was wir nicht wollen:

Eine Prüfung ist für uns nur akzeptabel, wenn sie nach einer offenliegenden Prüfungsordnung und von (uns) unabhängigen und sachverständigen Prüfern abgenommen wird. Aus diesem Grund "lösen" wir die Prüfungsfrage ganz bewusst nicht dadurch, eine eigene Prüfungsordnung zu entwerfen und uns selber danach zu prüfen.

Fazit:

Das Thema Prüfung und Prüfungsordnung ist wichtig. Ohne jeden Zweifel. Es ist aber auch bei weitem nicht alles.

Was tun wir heute schon?

Wir trainieren jede Woche an drei Tagen. Jeder Hundeführer protokolliert nach dem Training seine Suche(n). Diese Protokolle werden von den Trainerinnen gegengezeichnet. Auf diese Weise können wir den Trainingsstand jedes Hundes seit Grüdnung unseres Vereins dokumentieren.

Darüber hinaus finden bei uns alle drei Monate sogenannte Testläufe statt. Diese Testläufe finden unter Realbedingungen statt. Das Suchteam muss entsprechend des Ausbildungsstands die gestellte Aufgabe lösen, um im kommenden Training an neuen Aufgaben arbeiten zu können. Auch diese Testläufe werden entsprechend dokumentiert.

Und zukünftig?

Durch den Erlass des Niedersächsischen Innenministeriums wurden viele Fragen geklärt, was nachgewiesen werden muss, damit ein Mantrailing-Team in Niedersachsen von der Polizei in den Einsatz gerufen werden darf.

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